Zunächst tingelten wir noch ein wenig am Canal Nantes a Brest herum, bevor wir der schönen Bretagne „Au revoir“ sagen mussten. Allerdings fehlte das herbstliche Flair. Es war viel zu warm und überall viel zu trocken. Aber, wir haben neue schöne Orte kennengelernt und trafen auch noch den Rainer.
Morgengang zum Bäcker in Gouarec und dann nach St. Congard
Montag, 21. September 2026: Gouarec muss immer sein, diesmal leider ohne Live-Konzert. Und es ist immer noch sehr viel los. Irgendwie ist dieses Jahr alles anders.
Heute Morgen gingen wir die Bäcker-Runde und wollten uns das herrlich knackige Baguette holen, dass wir dort lieben. Leider war die Bäckerei wegen Urlaub geschlossen. Aber auf der Weiterreise fanden wir eine Bäckerei, die ebenso köstliche Backware anbot.
Mit Baguette im Gepäck fuhren wir bis Saint-Congard. Der Camping Municipal war sonst um diese Zeit schon geschlossen. Aber, es scheinen sich alle auf die veränderten Umstände einzustellen. Selbst dieser Platz ist sehr gut besucht und dort standen wir sonst fast alleine. In Saint-Congrad gibts nichts Besonderes. Das gibt es wenige Kilometer weiter in Malestroit. Trotzdem war der Platz voll.
Es wurden 27 Grad, die sich wie 32 Grad anfühlten. Irgendwie ist dieses Jahr alles anders. Und das Hoch fängt morgen erst an. Also leider kein kühler Herbst, den wir sonst sehr genießen, bevor wir in Spanien einreisen. Diesmal macht es für uns wenig Sinn, hier und dort länger zu verweilen.
Abends spät gingen wir eine Runde mit Emma, die garantiert auch gerne länger in Lampaul geblieben wäre. Der Weg am Canal entlang ist zwar geteert, aber er liegt alle paar Meter voll mit Bucheckern. Das war uns sonst ziemlich egal. Nur, Emma mit ihrer Zehenarthrose kann darüber kaum laufen. Und hochgenommen will sie auch nicht werden. Somit sind unsere Spazierwege sehr begrenzt.
Ein schöner Platz an der Loire
Dienstag, 22. September 2026: Am Morgen warf ich mein Laptop an und fing an zu arbeiten, bevor die sommerlichen Temperaturen anbrachen. Ich kann bei Sommerwetter einfach nicht arbeiten. Also müssen die frühen Morgen- und späten Abendstunden dran glauben.
Morgens war es noch herrlich frisch. Gerd zog mit Emma los und ging einen kleinen Umweg zum Bäcker. Die 2 brachten Baguette und Croissants mit, mmmh, lecker lecker. Nach einem Spätstück reisten wir weiter.
Es war schon erschreckend, wie trocken es überall ist. Wir fuhren ja noch durch die Bretagne, wo normalerweise saftiges Grün zu genießen ist. Jetzt: Viele viele trockene Laubbäume. Die Wiesen waren keine Wiesen mehr und erinnerten an Südspanien. Einfach nur trockene, gerissene und staubige Erde. Und bei den Temperaturen verflog das angenehme Bretagnefeeling ziemlich schnell.
Am späten Mittag kamen wir an einem Platz bei Oudon aus, der direkt an der Loire liegt. Es ist ein normaler Schotterplatz, aber es sind kostenlose Plätze für Wohnmobile ausgewiesen. Wie schön. Es steht hier nur ein WoMo – noch schöner.
Die Loire hat wenig Wasser. Allerdings hat sie an vielen Stellen jeden Sommer wenig Wasser. Ob das an diesem Ort nun üblich ist oder nicht, das wissen wir nicht.
Emma wollte direkt raus und die neue Gegend erkunden. Es ist echt schön hier und zu unserer Freude weht ein frischer Wind, sodass die 27 Grad (eher mehr) gar nicht so eklig sind.
Selbstverständlich durfte Emma ein Bad nehmen.
Vertrocknete Wiesen. Trotzdem alles schön an diesem Fleckchen. Sogar mit Toilettenhaus und Picknickplatz. Und wir schauen auf die Loire.
Während Emma ruhte und Gerd sich von der Fahrt mit Netflix entspannte, konnte ich noch meine Arbeit erledigen. Das war ganz wunderbar.
Abends war auf einmal die Sandbank weg, weil mehr Wasser im Fluss war. Hier wirken noch Ebbe und Flut in die Loire hinein. Schon ein wenig faszinierend.
Es war ein sehr entspannter Tag. Der Wind sorgte für angenehme Temperaturen. Abends kamen einige Hundehalter, die hier mit ihren Wuffs spazierten. Alles soziale Vierbeiner (und Zweibeiner), sodass Emma im Glück war. Und später saßen wir noch lange draußen und genossen die Aussicht auf den Fluss.
Etang de Guesnes
Donnerstag, 24. September 2026: Wir sind noch einen weiteren Tag an der Loire geblieben, einfach, weil es so schön war. Unser WoMo stand überwiegend im Schatten (was für unsere kaputte Solarbatterie nicht der Hit war). So empfanden wir die 28 Grad als angenehm. Es gibt dort Wanderwege entlang des Flusses und Emma konnte mehrmals am Tag ein Bad nehmen. Alles supi und den Platz haben wir uns markiert.
Dann ging es aber heute weiter und zwar bis Guesnes. Da waren wir letztes Jahr auch schon und das bei Herbstwetter. Es sieht auch hier alles arg trocken aus und es wurden heute satte 30 Grad. War aber einigermaßen auszuhalten und es wird abends kühl.
Und abends wollten wir mit Emma zum See, damit sie baden kann. Das ist aber ein Etang, also ein Weiher/ Teich und da waren ziemlich viele Angler. Die Böschung ist zu hoch, sodass Emma zwar reinspringen könnte, aber nicht mehr raus kommt. Die Arme schaute sehnsuchtsvoll ins Wasser und konnte nicht rein.
Es ist übrigens nicht mehr überfüllt. Schon an der Loire standen wir mit wenigen WoMos und hatten genug Platz um uns herum. Und hier in Guesnes stehen vielleicht sechs Wohnmobile und alle mit genügend Abstand zueinander.
Doof war heute das Tanken und wir hoffen, dass sich das nicht den Rest der Tour durch Frankreich fortsetzt. An den Tankstellen kostet derzeit der Diesel zwischen 2,38 Euro und 2,45 Euro. Nur die Total-Tankstelle hat den Preis gedeckelt, sodass sie am günstigsten ist. Man zahlt um die 2,25 Euro. So peilen wir natürlich auch die Total-Tankstellen an. Heute durften wir für maximal 30 Euro tanken. Nu werden wir ganz oft tanken und zusehen, dass der Tank möglichst voll bleibt.
Treffen mit Rainer
Freitag, 25. September: Schon morgens war spürbar, dass es ziemlich warm wurde. Und so war es dann auch. Satte 32 Grad und das Ende September. Wir fuhren zunächst ca. 1,5 Stunden zu einem Platz. Irgendwann am frühen Nachmittag schrieb Gerd mit Rainer und so verabredeten wir uns zu einem Treffen. Also sind wir nochmal ca. eine Stunde gefahren. Tanken war heute übrigens ganz normal möglich, wenn auch überall Schlangen stehen.
Uns führte es zum kleinen Örtchen namens Exideuil am Fluss Venant. Hier stehen wir auf einem Platz hinter dem Dorf direkt am Fluss, der allerdings ziemlich wenig Wasser hat.
Wir kamen fast zeitgleich an und so wurde es ein sehr schöner Abend mit vielen Gesprächen, die wir am nächsten Tag fortsetzten.
Morgens sind wir zum Bäcker gegangen, der allerdings nicht geöffnet hatte – schade.
Samstag, 26.09.: Die Temperaturen waren heute etwas angenehmer und wir genossen die Zeit mit unserem Freund. Wir haben sooo viel geredet, als hätten wir uns Jahre nicht gesehen – schön wars.
Abends staunten wir erneut über die Menge an Stare. In der Dämmerung treten sie zunächst in Scharen auf und fliegen ihre Formationen.
Und dann fliegen sie alle in den Bambus. Vor der Nachtruhe findet ein riesen Spektakel statt. Ich habe mich mal direkt an den Bambus gestellt und die Geräuschkulisse aufgenommen.
So fasziniert wir von diesem Naturschauspiel waren, so genervt waren die direkten Anwohner. Auf unserer Flussseite klatschte und rief ein Mann, der wohl in Ruhe in seinem Garten sitzen wollte. Die Schar verstummte sofort, flog herum und ließ sich erneut mit Spektakel im Bambus nieder. Auf der anderen Seite ein ähnliches Spiel. Nun ja, wir waren jedenfalls begeistert.
Au revoir Rainer – und Fahrt bis Saint-Geniès
Sonntag, 27. September: Heute morgen filmte Rainer das Star-Spektakel. Wenn es hell wird, haben sich die Vögel erneut viel zu sagen. Vielleicht berichten sie sich gegenseitig von ihren Träumen. Und dann verlassen sie den Bambus.
Wir haben heute zwar nicht den Bambus, aber direkt das ganze Dorf verlassen. Der Ort hat so viel Flair, dass wir garantiert nochmal wiederkommen. Die Dorfbewohner sind super freundlich. So rief uns beispielsweise eine Frau morgens „Bon appétit“ zu, als wir am Fluss frühstückten. Der Bäcker hatte nämlich am Sonntagmorgen wieder geöffnet. So genossen wir noch ein gemeinsames Petit-déjeuner, bevor wir uns in verschiedene Richtungen aufmachten.
Wir fuhren rund 140 Kilometer gen Süden durch hübsche Orte und trockene Landschaft. Es ist sooo trocken, Wahnsinn. Die Umstellung von Frankreich zu Spanien wird diesmal minimal sein. Kühe, Pferde und Co. grasen auf vertrockneten Weiden und müssen mit der Lupe die wenigen grünen Grashalme suchen. Und von der Ferne ist schon erkennbar, dass ein Traktor über Felder fährt. Es ist so trocken, dass fette Staubwolken in der Luft hängen.
Wir stehen nun auf einem Stellplatz, tanken Strom und werden morgen weiterfahren.
Bis bald wieder und bleibt gesund, munter und fröhlich
Mary, Gerd und Emma






































