6. Dezember 2022

Passage du Gois und Tummeln am Meer

Irgendwie haben wir uns diesmal eine ziemlich doofe Strecke ausgesucht. Und Gerd meinte heute, wenn ich noch einmal vorschlage, am Meer entlang zu fahren, ist er sauer :)) . Ich könnte ihn sogar verstehen.

Ein Stellplatz am Fluss – oder: Wo ist das Wasser hin?

Nachdem wir in Malestroit morgens noch eine lange Runde mit dem Hunde gegangen sind, machten wir uns wieder auf. Aber wohin? Wir wollten nicht schon wieder dieselbe Strecke wie sonst tuckern. Meer? Inland? Wir waren uns unschlüssig. Außerdem waren die Temperaturen gar nicht herbstlich kühl – das Wetter dieses Jahr ist denkwürdig. Zudem ist uns gar nicht nach Reisen. Wir haben ganz andere Dinge im Kopf (vor allem unser Bauvorhaben im neuen Zuhause).

Wir entschieden uns für die Loire. Schön am Fluss stehen, aufs Wasser glotzen und kleine Schiffe betrachten. So war unsere Vorstellung, denn schließlich standen wir schon öfter an der Loire. Auf dem Weg dahin fanden wir einen gemütlichen Frühstücksplatz.

Und dann…oh Schreck, das Wasser ist weg.

Nun ja, wir schwitzten vor uns hin, denn es war eklig schwül. Und wir schauten auf den Sand – es schipperte noch nicht einmal ein kleines Boot herum. Großartige Spaziergänge waren ebenso wenig möglich. Also eigentlich ein echter Shit-Platz, aber uns fehlte die Lust zur Weiterfahrt.

Passage du Gois – da, wo die Straße im Meer verschwindet

Am nächsten Morgen fuhren wir weiter. Vorher wieder die Überlegungen: Meer oder Inland? Ich schlug das Meer vor – weil es schon wieder so schwül-warm war. Meine wahnwitzige Vorstellung ist (ok war) immer noch: Irgendwo muss es doch ein schönes Stückchen am Atlantik geben, das nicht von Camper-Massen belegt ist. Die Zeiten sind scheinbar vorbei.

Wir tuckerten durch ein großes Moorgebiet. Das sah dem Ebro-Delta in Spanien ein bisschen ähnlich. Allerdings wird hier kein Reis angebaut. Man könnte hier Salz kaufen, wenn man wollte. Jedenfalls fuhren wir zuerst zu einem privaten Mini-Stellplatz in der Nähe der Passage du Gois. Das war eine Wiese. Wiesen finden wir schön, aber wir haben keine Lust, nochmal mit Kulti (+ Anhänger) stecken zu bleiben. Und mit Regen ist ja zu dieser Jahreszeit zu rechnen.

So haben wir uns nur die Passage du Gois angeschaut. Das ist eine Straße, die zur Insel Noirmoutier führt und zwar mitten durchs Meer. Bei Ebbe kein Problem, aber bei Flut verschwindet die Straße im Meer. Es passiert wohl jedes Jahr mehrmals, dass Touristen leichtsinnig sind oder sich nicht informieren und zu spät über die Straße fahren. Dann verschwinden auch ihre Autos im Meer – blöd gelaufen sozusagen. Deshalb wurden Rettungsinseln angelegt. Waghalsige können dort im Notfall auf die Ebbe warten. Da kann man nur viel Spaß wünschen :))

Es stehen wirklich überall Warnschilder. Zudem sind die Zeiten für Flut auf unübersehbaren Tafeln angegeben. Wer dennoch im Meer versinkt, sorry, der ist einfach selbst schuld.

St. Jean de Monts die Zweite

Shit, Gerd hatte recht und es noch gut im Gedächtnis gehabt. Die Küste wird nun hässlich und hässlicher. Bebaut mit Touristenorten. Wir würden ja auch wildcampen. Ist hier aber nicht möglich. Selbst die kleinsten Parkplatzmöglichkeiten sind mit Schranken bestückt. Durch die passen wir nicht durch und umfahren wollen wir sie auch nicht.

Also Stellplätze angefahren. Oh man, das ist pure Käfighaltung. So ähnlich wie auf dem Platz, auf dem wir 2017 gelandet waren. Nöööö, das wollen wir aber nicht. Aber, so sehen hier alle Stellplätze aus, obwohl wir einen Monat später als sonst nach Spanien fahren. Irre oder? Bald ist Reisen mit WoMo ziemlich sinnbefreit. Zumindest für diejenigen, die es anders kennen.

Mir fiel ein, dass wir in dieser Gegend ebenfalls 2017 waren und auf einem Parkplatz nächtigten. St. Jean de Monts – so hieß der fiese, stark bebaute Touristenort. Wir fanden den Parkplatz wieder und ebenfalls den damals fast leeren Parkplatz. Diesmal ist es hier wesentlich voller und zwar sowohl auf den Parkplätzen als auch am Strand.

Wir bleiben trotzdem eine Nacht und morgen schauen wir dann mal, wo wir weiterfahren. Emma war happy, weil sie ins Meer konnte. Aber, diese Hündin ist eh immer happy. Wir sind nicht sooo happy, aber wie gesagt, wir haben eh andere Dinge im Kopf. Da ist es fast egal, dass wir auf einem Parkplatz stehen, auf dem es wie im Taubenschlag zugeht.

Ich habe selbstverständlich so fotografiert, dass nicht alle Menschen auf den Bildern erscheinen. Soll man ja nicht, Datenschutz und so. Geschwärzt habe ich heute trotzdem keine Köppe.

So, das war es für heute. Schauen wir mal, wo wir morgen landen. Bis dahin, bleibt gesund, munter und fröhlich

Mary, Gerd, Emma und George

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