Wohltuender Mühlenmorgen und Weiterfahrt zur Garonne

Der Tag startete so was von gut, dass ich jetzt noch davon zehre. Die Besitzerin hat uns zu einem Kaffee eingeladen und sie ist eine der Menschen, bei denen die Lebensfreude aus allen Poren strahlt. Wir sind dankbar, dass wir sie kennenlernen durften.

Ein Morgen in der Moulin Scalagrand

Wir haben dort an der Mühle sehr gut geschlafen. Kein Wunder, denn erstens ist es dort ruhig und zweitens ist die gute Energie dort spürbar. Wie wir erfuhren, waren wir die dritten Camper, die dort übernachteten. Frau Frederique Peutz hat gerne Camper da, vor allem gerne Leute, die irgendwie anders als der Mainstream sind. Der Platz steht auch bei Park4Night.

Wir wollten vor unserer Weiterfahrt noch Honig kaufen, denn der stammt von den eigenen Bienen der Mühlenbesitzerin. Wieder wurden wir sehr freundlich begrüßt und wir bekamen einiges zu stehen. Das Ziel der Besitzerin ist ein möglichst autarkes Leben und das hat sie bereits zu einem sehr großen Teil geschafft. Wir durften uns die alte Mühle von innen anschauen. Ich kann nur sagen: Wunderschön. Man kann sich nicht satt sehen an all diesen Schönheiten. Überall sind noch alte Dinge von früheren Zeiten vorhanden. Und die Mühle selbst hat Charme ohne Ende. Dann bekamen wir den Gemüsegarten gezeigt. Mein Herz hüpfte direkt: Angelegt wie ein Bauerngarten und sehr üppig bewachsen. Davon können wir in Spanien nur träumen. Hühner liefen über das Gelände und auch drei Schweine genießen ein sehr gutes Leben. Ok, sie werden gegessen, aber sie leben frei, bekommen gutes, frisches Futter und fühlen sich sichtbar wohl: Sie legen sich wie Hunde auf den Rücken, damit die Bäuche gekrault werden.

Ich kann es gar nicht mit Worten beschreiben. Dieser traumhafte Garten, diese alte Mühle und vor allem die sehr wohltuende Atmosphäre dort – man fühlt sich einfach mehr als wohl. Dazu noch die Mühlenbesitzerin, deren Augen strahlen und die mit Herz und Seele diesen Mühlentraum lebt. Wir wurden zum Kaffee eingeladen und saßen draußen auf diesem tollen Platz.

 

Moulin Scalagrand

Es war so was von gemütlich und dazu noch gute Gespräche – Danke nochmal an dieser Stelle an Frau Peutz! Auch zeigte sie uns den alten Backofen, in dem man Brote für … sehr viele Menschen backen könnte. Der Ofen soll wieder hergerichtet werden und in Aktion treten. Ach, es war ein unvergesslicher Morgen und wir waren mit Sicherheit nicht das letzte Mal dort.

Hier ein paar Eindrücke und ich hätte noch unendlich viele Fotos schießen können, denn es gab an jeder Ecke etwas Besonderes.

Die Möglichkeit dort zu campen ist kostenlos. Ver- und Entsorgung gibt es da nicht, aber im Ort Villareal ist am Intermarché eine Ver- und Entsorgungsstation. Zudem werden Zimmer vermietet (Bed & Breakfast) und ich bin sicher, dass sich die Gäste dort wohlfühlen.

Was traurig ist: Auch dort ist natürlich das Klimadrama spürbar. Die Brunnen der Mühle sind versiegt und der Bach hat viel zu wenig Wasser. Und dennoch hat man an diesem Ort das Gefühl, die Welt sei noch in Ordnung. Ein kleines Paradies wurde dort erschaffen.

Weiterfahrt zur Garonne

Für uns ging es dann weiter und zwar Richtung Tarn et Garonne. Wir brauchten wieder Strom – das Aufrüsten eines weiteren Solarpanels müssen wir auf jeden Fall angehen. Unser Kühlschrank ist ja ein normaler Haushaltskühlschrank, der über Solar betrieben wird. Wäre ziemlich blöd, wenn der ausfiele. Also suchten wir nach einem Stellplatz mit Strom. Die Landschaft und auch die Häuser verändern sich nun – für mich hat das jetzt weniger Charme. Es sieht schon karger aus, nicht mehr so kuschelig gemütlich. Zudem lag der erste Stellplatz, den wir anfuhren, direkt gegenüber eines Kernkraftwerks.

Nun ja, der Platz, auf dem wir stehen, hat wenig Flair, aber er erfüllt unseren Zweck und außerdem gibt es hier genügend Wege, um mit Emma ausgiebig spazieren zu gehen. Das Wetter war sonnig bei 26 Grad im Schatten – mal langsam wieder an Wärme gewöhnen…obwohl mir der kühle Herbst im Norden vieeeel besser gefiel.

Saint Nicola de la Grave an der Garonne

Jo, so sieht er aus, der Stellplatz, der Gott sei Dank nicht voll ist – Base de Plein Air et de Loisir: Outdoor- und Freizeitbasis:

Wir stehen am Rand, sodass wir genug Freiraum haben. Es sind aber auch nur vier andere Wohnmobile hier. Es gibt ein Schwimmbad und einen Bootsverleih. Aber das interessiert uns gar nicht. Es gibt einen großen See, in den die Garonne und die Tarn fließt und dort sind wir mit Emma spazieren gegangen.

Zuerst fanden wir aber einen Weg entlang eines Nutzwaldes, der vor Unlebendigkeit nur so sprühte:

Auf der anderen Seite des Bachs führte der Weg zum See. Dort sind überall Info-Schilder aufgestellt, die Flora und Fauna erklären.

Zum Schluss ein leckeres Kürbisrezept

Die Mühlenbesitzerin schenkte uns frisch aus ihrem Garten eine Zucchini, Kürbisse und Mangold. Sie sagte, aus diesem länglichen Kürbis (den Namen weiß ich leider nicht) könne man ein Gericht zaubern, das wie Spaghetti schmeckt. Na das musste ich direkt ausprobieren und ich kann euch sagen: Es war sehr lecker und wenn ich den Namen des Kürbisses herausgefunden habe, werde ich das garantiert nochmal kochen.

Diesen Kürbis muss man halbieren und in Wasser kochen. Ich habe ihn geviertelt, weil er sonst gar nicht in meinen Topf passte.

Der Kürbis hat ein fasriges Fleisch und nach dem Kochen (ca. 20 Minuten) wird das Fleisch mit der Gabel sozusagen heraus gekämmt:

Dazu gabs Mangold: In etwas Olivenöl frischen Knoblauch andünsten. Mangold dazu geben, salzen, pfeffern und mit etwas Wein ablöschen. Ich habe zum Schluss ein bisschen Creme fraiche dazu gegeben.

 

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