Wir tuckern durch die Lande

Wir machen wieder das, was wir gerne machen: Im Bummeltempo durch Frankreich tuckern. So kommen wir von einem schönen Gebiet ins nächste.

Vom Marais über kleine Sträßchen gings weiter

  1. September 19

Auf dem Campingplatz im Sumpfgebiet haben wir noch in Ruhe unseren Morgenkaffee getrunken, bevor wir weiterfuhren. Wir hatten kein bestimmtes Ziel. Es sollte einfach Richtung Süden gehen und möglichst über kleine Sträßchen. Und wieder hatten wir eine super schöne Strecke genossen. Die Straßen führten von Dörfchen zu Dörfchen, eins schöner als das andere. Oft stammen die alten Häuser noch aus dem Mittelalter. Steinhäuser und große alte Höfe mit Naturgärten, wo nichts so wirklich ordentlich ist – einfach nur schön. Die Atmosphäre ist wesentlich gemütlicher, wohliger, als in diesen geraden Neubausiedlungen.

Wir sind froh, dass wir wieder einen Kulti haben, mit dem wir durch die teils engen Sträßchen fahren können. Das war mit Ernie, dem LKW, nicht möglich. So genossen wir die Fahrt heute wieder sehr – entlang an unendlich vielen und riesigen Weiden, wo friedlich Kuhfamilien grasten. Durch Wälder an an Seen und Bächen vorbei. Zwischendurch tauchten immer wieder Schlösser auf. Und irgendwann gelangten wir an einen wunderschönen Picknickplatz, direkt an einem Bach mit klarem Wasser. Hier ließen wir uns nieder und spätstückten in dieser tollen Umgebung.

Wir hatten gerade unsere Brotzeit beendet, da fing es an zu regnen und es regnete und hörte gar nicht mehr auf. Die Fahrt war trotzdem schön, denn wieder führte uns Frau G. Maps über kleine Sträßchen und Mini-Dörfchen.

Aufgrund von Dauerregen übernachteten wir diesmal nicht in der Natur – es war überall ziemlich schlammig und pitschenass. Keine Lust auf Festfahren. Also stellten wir uns in einen kleinen Ort auf einen Gratis-Stellplatz. Nicht schön, aber für eine Nacht wars ok. Diesmal waren wir nicht alleine. Der Platz war voll. Neben uns dudelte Musik und ein Stück weiter konnten wir das TV-Programm mithören. Joar, Stellplatz-Feeling – man muss es mögen…

Durchs Gebiet der Dordogne und Lot-et-Garonne – Übernachtung an privater Mühle

26. September 19

Das Aufwachen auf so einem Platz ist natürlich nicht so spitze wie mitten in der Natur. Zudem fiel der morgendliche Spaziergang aus – da war nix zum Spazieren, außer Dorf und Straßen. Das ist ja so gar nix für mich und auch nicht für Emma. Wir sind komplette Landeier geworden und das sehr gerne. Also nichts wie weg da. Wir fuhren wieder kleine Sträßchen und zwar durchs Gebiet der Dordogne und Lot-et-Garonne. Auch dort sind die Dörfer, Weiler und Höfe wunderwunderschön und ebenso die Gegend. Allerdings fährt man sich nen Wolf, denn dort sind kurvenreichen Strecken. So schön es dort auch ist, ich mag die Fahrten in diesem Gebiet nicht so besonders. Zwischendurch hielten wir wieder an Picknickplätzen, die gleichzeitig Stellplätze waren – aber im Grünen. Es hatte übrigens aufgehört zu regnen und es wurde auch schon wärmer – leider:

Das war einer der Picknick- und Stellplätze, der direkt an der Dordogne lag. Hier sind wir mit Emma eine Runde gelaufen.

Wir tuckerten aber weiter und kamen ins Gebiet Lot-et-Garonne

Es gibt dort viele Stellplätze und auch Campingplätze. Die Stellplätze waren teils so hässlich angelegt, dass man sich abgestellt vorkam – so an der Kläranlage oder ein Miniplatz direkt vor stinkenden Müllcontainern. Wir sind auch Campingplätze angefahren und haben das erlebt, was wir schon einmal an der Dordogne erlebt haben: Was nach Hippiebus aussieht, das lassen wir nicht drauf. Und es waren noch nicht einmal Luxusplätze, sondern ganz einfache Campings ohne Schnick und Schnack. Ein Platz lag total schön im Grünen an der Dordogne. Vorne standen ein paar Mobilheime, die nun leer waren. Dann wandelte man über eine Brücke und fand sich am Fluss wieder. Das gehörte alles noch zum Platz. Da stand auch ein Wohnwagen, der belegt war. Super, hier wollen wir übernachten. An der Rezeption war nun auch eine Frau, die mit argwöhnischem Blick unseren Kulti anschaute. Sie sah uns und winkte ab. No no, der Wagen könne nicht über die Brücke fahren. Leider sei kein anderer Platz möglich, täte ihr leid. Pffff, die konnte lügen ohne zu erröten.

Also einsteigen und weiterfahren und blöde Otze denken … An einem anderen Campingplatz standen die Tarife und Öffnungszeiten – es haben ja auch schon sehr viele Plätze geschlossen. Aber der hier, yeah, der war noch bis Ende September geöffnet. Wir fuhren bis zur Rezeption und der Schranke vor. Rezeption zu, aber das will hier in Frankreich nichts heißen. Oft kommen die Leute nur morgens und abends und kassieren dann ab. Aber, ein Fenster über der Rezeption öffnete sich und ein weiblicher Kopf erschien. Der Kopf begrüßte uns, winkte ab und meinte: Es ist schon geschlossen. Öhm… Was sollen wir da diskutieren. Also einsteigen und weiterfahren.

Irgendwann hatten wir vom Weiterfahren aber die Schnauze voll. An einigen Plätzen an der Dordogne flogen riesige Mückenschwärme herum, sodass wir gar nicht erst anhielten und manche Plätze hatten wohl nur mit schmalen und kleinen Wagen gerechnet. Die Zufahrten waren so was von eng, teils zwischen Häuser gelegen, dass wir das gar nicht erst versuchten. Und dann fuhren wir einem Schild nach und auch in der Park4Night-App steht dieser Platz neuerdings drin: Ein privater Platz an einer alten, restaurierten Mühle. Dort ist in erster Linie ein Hotel, aber man darf kostenlos mit Camper übernachten. Sehr cool.

Das Anwesen gehört Holländern. Die Frau begrüßte uns sehr sehr freundlich, zeigte auf die Wiese und meinte, wir könnten uns einfach irgendwo hinstellen. Wir hätten auch im Haus duschen können, aber wir haben ja alles im Wagen. Die Frau war zuerst mit ihren Bienenstöcken beschäftigt – morgen früh werden wir uns dort einen Honig kaufen. Sie erzählte später, dass ein schlechtes Bienenjahr war. Der Winter zu trocken, der Sommer zu heiß und zu trocken und Frankreich geizt leider auch nicht mit Pestiziden. Außerdem haben wir wieder was gelernt: Hornissen fressen im Herbst Bienen. Die brauchen nämlich zu dieser Zeit viele Proteine und so schwirrten dort Hornissen rum, die die Bienen verspeisen wollten. Tja, Natur ist halt auch nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen.

Und weil die Leute hier so gastfreundlich sind und weil das hier richtig schön ist, verlinke ich mal die Webseite der Mühle. In der Umgebung gibts genug Ausflugsmöglichkeiten zu schönen Orten.

Klickst du hier: Moulin Scalagrand.

Morgen tuckern wir weiter, nur mit grobem Ziel vor Augen. Wir sind gespannt, wo wir dann wieder landen.

 

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