Trudeln durch Südfrankreich

Wie sagte Kurt Tucholsky: „Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön„. Genau das tun wir – naja, außer das Steuer loslassen *grins*.

Entschleunigt bis nach Rieu Volvestre

28. September 19

Diesmal haben wir mit unseren Strecken durch den Süden Frankreichs Glück. Kein Beschleunigen wegen viel Straßenverkehr und hektischen Städten, sondern entschleunigt durch die Lande tuckern. Es ist zwar nicht mehr unsere Gegend, aber dennoch kamen wir durch einige hübsche Örtchen.

Wie man hier sieht: Mehr Felder als natürlich Gewachsenes – schade.

Aber es gibt ja immer Hässliches und Schönes zur gleichen Zeit:

Da es keine Picknickplätze auf dem Weg gab, fuhren wir bis zum auserwählten Stellplatz durch. Auch dieser Platz liegt ruhig im Grünen und an einem See. Für den Sommer sicher nicht empfehlenswert, es sei denn, man mag Trubel. Jetzt im Herbst ist es angenehm ruhig. Und: Mit uns nur 3 andere Wohnmobile, wobei die erst am sehr späten Abend kamen.

Wetter: Gott sei Dank bewölkt und erst abends blauer Himmel. Temperaturen um die 26 Grad, also noch erträglich.

Canal du Midi

Du musst nur langsam genug gehen, um immer in der Sonne zu bleiben“ (Antoine de Saint-Exupéry). Na gut, wir möchten ja gar kein ewig sonniges Wetter, aber innerlich soll natürlich die Sonne scheinen. So geht es bei uns weiterhin langsam voran.

Nach gemütlichem Morgen und Frühstück am Waschsalon gings ungefähr 80 km weiter. Es lohnt sich wirklich, nicht an der Küste entlang zu fahren, denn das Landesinnere bietet schöne Landschaften. Nun haben wir die Pyrenäen an unserer Seite und wieder verändern sich Landschaft und Orte. Auf der Strecke gab es viele schöne Alleen und noch einiges anderes zu sehen.

Die Garonne hat wenig Wasser

Ein lustiges Trio :))

Wir stehen heute frei und das am Canal du Midi. Zwar an einer kleinen Straße, die aber kaum befahren wird. Hier schippern noch viele Hausboote herum, teils geliehene und teils leben die Menschen darin. Alle 2 Kilometer gibts Schleusen, zumindest hier in der Ecke.

Auf der anderen Seite der Schleuse gibt es sehr schöne Wege, sodass wir einen langen Abendspaziergang mit Emma unternehmen konnten.

Schleusenwärterhäuschen:

Die Abendsonne tauchte die Landschaft in ein wunderschönes Licht:

Die Temperaturen waren für unseren Geschmack zu hoch: 32 Grad. Dafür war der Platz für uns eine positive Überraschung, denn wir waren in den Jahren davor bereits zwei Mal am Canal du Midi, aber an hässlichen und vermüllten Plätzen. Diesmal hat es uns hier sehr gut gefallen.

Erstmal wieder Gemütlichkeit

30. September 19

Auf rasender Fahrt nach dem Glück, bleibt es zurück“ (Manfred Hinrich). Gut, dass wir nicht rasen, zumindest in der Regel nicht.

Nach einer ruhigen Nacht starteten wir den Tag mit einem Spaziergang entlang des Canals du Midi. Es war so wohltuend still und idyllisch, aber dennoch fuhren wir weiter. Heute sollte es über die Grenze gehen.

So tuckerten wir zunächst wieder ganz gechillt durch sehr schöne Landschaft – und überholten erstmal diesen Trupp:

Wir nahmen die Landstraße zur Grenze

Unglaublich oder? Kurz vor der Grenze Einkaufsrummel pur. Dahinter kommen noch zig riesige Läden mit Tabak, Alkohol und weiß der Geier was. Konsumgesellschaft lässt grüßen.

Irgendwo bei Empuriabrava fuhren wir zu einem Strandabschnitt, der tatsächlich im Grünen lag. Es gab einen Fluss (Fluvia hieß er glaube ich) und ein schönes Örtchen.

Wir sind erstmal mit Emma ein Stückchen gegangen. Die fand das aber blöd: Wasser, warmes Wetter und sie konnte nicht schwimmen.

Wir haben dann gesucht, also einen Platz zum Freistehen. In Frankreich sind wir überwiegend auf Camping- oder Stellplätzen. Aber die Campingplätze in Spanien hassen wir (sorry). Da is ja nix schön und für Keine-Schönheit kosten sie auch noch mehr als in Frankreich. Es gab dort Plätze…mit Schranken oder mit Camping-Verbotsschilder. Nachdem wir eine gefühlte Ewigkeit da rumgeeiert sind, hatten die Nase voll und entschieden: Wir fahren mal am Meer entlang.

Suuuper Idee, auf die wir immer wieder kommen und bei der wir ganz schnell ziemlich genervt sind. Enge und volle Orte, Gleise zwischen Straßen und Strand, Hunde am Strand verboten, hoch eingezäunte Stellplätze mitten in diesen Touristengetöse – da kriegen wir Erstickung.

Wohin nu? Wären wir doch nur in Irun über die Grenze gefahren. Aber jetzt waren wir hier und es wurde bald dunkel. Also erstmal Barcelona umrunden und dahinter mal im Inland nach einem Platz suchen.

Jo, und das fällt uns auch immer arg ins Auge, wenn wir in Spanien wieder einreisen: Parkplatz voller Müll. Da wollte ich Emma mal kacken lassen (natürlich mit Kackbeutel in der Tasche). Allerdings fand selbst der Hund es zu eklig und verkniff sich ihre Wurst. Ehrlich, ich hätte da auch nix in den Kackbeutel gepackt. Bei so viel menschlichem Dreck kann tierischer Dung nur gut tun.

Wir wollten vorwärts kommen und vor allem nicht mitten durch Barcelona fahren. Gemütliches Tuckern adieu. Schnell standen wir im Stau – juhu…

Weitere Fotos habe ich dann nicht geschossen, weil es sich nicht gelohnt hat. Wie man sicher an meiner Schreibweise merkt, sind wir genervt. Emma war während der letzten Kilometer nur noch ein Stresspaket. Das Feuerwerkserlebnis auf ihrer ersten Tour war für sie ein traumatisches Erlebnis, das nach all den Jahren immer noch tief verankert ist (Spanien, Mittelmeer, eingezäunter Stellplatz – und wir gerieten zu Fuß mitten ins Feuerwerk … und kamen nicht von diesem Stellplatz herunter, weil eingezäunt und abgeschlossen). Sobald wir durch Spanien im Dunkeln fahren und dann auch noch bei warmen Temperaturen, dann ist es vorbei. Sie hechelt, ist total angespannt, zittert und ist mehr als unruhig.

Also weg von der Straße und irgendwo einfach nur übernachten. Wir sind jetzt in Vilafranca, mitten im Ort und auf einem Stellplatz. Es ist nicht unsere Welt, weil…laut, nix Idyll und neben uns laufen die TV-Geräte. Nun ja, eine Nacht und dann früh losfahren. Wir fahren jetzt nur noch uns bekannte Plätze an… und nehmen nächstes Jahr wieder die Grenze am Atlantik.

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