Kaffeetasse

Über Le Ségur bis Boulliac zum Lot

In Boulliac standen wir schon öfter und immer wieder gerne. Bereits auf der ersten Tour führte es uns dahin. Aber natürlich fuhren wir nicht auf direktem Wege dorthin, sondern wir übernachteten am Tag zuvor an einer kleinen Mairie in einem kleinen Ort.

Erstmal den Canal du Midi genießen

Freitag, 05. Juni: Die Nacht war ruhig und es stellte sich kein anderes Wohnmobil zu uns – sehr schön. Allerdings hatte es am Donnerstag ein paar Stunden geregnet und erst abends hörte es auf. 15 Grad waren es und nachts noch ein wenig kühler – sehr schön.

Freitagmorgen wachte ich auf, reckte und streckte mich und dann fiel mir ein: Oh, Urlaub beendet. Um 7h30 ging ein Zoom-Call bei der Akademie los, bei der ich noch die Weiterbildung mache. Gerd kochte Kaffee und so konnte ich mit Kaffeegenuss am Call teilnehmen.

Anschließend packten wir den Hundebuggy aus und marschierten los. Aber, was soll ich euch sagen: Emma saß maximal 5 Minuten im Buggy. Den Rest der fast 2 Kilometer ist sie selbst gelaufen. Jaja, 2 Kilometer klingt für euch wenig. Für Emma ist das mittlerweile eine lange Strecke. Wir sind happy, dass sie so gut marschiert.

Letztes Mal sahen wir schon Fremdenlegionäre marschieren und diesmal joggten sie am Canal entlang. Manche schwächelten und liefen etwas aus der Puste als Schlusslicht. Hausboote gabs natürlich auch genug. Die habe ich aber diesmal nicht gefilmt.

Nach dem Spaziergang frühstückten wir draußen mit Blick auf den Canal – sehr schön. Es waren rund 21 Grad – auch sehr schön. Danach musste ich erstmal arbeiten und irgendwann am frühen Nachmittag fuhren wir ca. 100 Kilometer weiter bis Le Ségur.

Unsere kleine Hunde-Omi genießt die Fahrten total. Sie hat ihren verschmitzten Gesichtsausdruck, albert herum und ist bei jedem Stopp neugierig und will erstmal raus und erkunden – mehr als schön.

An der kleinen Mairie in Le Ségur dürfen zwei Wohnmobile stehen. Ok, mehr Platz ist da auch nicht. Und der Platz ist auch nicht besonders schön, aber selten, haha. Für eine Nacht völlig ok und es war sehr ruhig hier. Und: Ja, wir müssen doch mal die Windschutzscheibe putzen.

Erst Croissants, dann weiterfahren

Samstag, 06. Juni: Aufgewacht und schon bekam ich eine dicke Umarmung, einen Kuss und ein „Herzlichen Glückwunsch“ von Gerd. Hach, schön. Dann wurde mir ein Kaffee serviert. Ok, zugegeben, ich bekomme jeden Morgen einen Kaffee serviert. Vielleicht habe ich jeden Tag Geburtstag, oder so.

In dem kleinen Dorf gabs eine kleine Bäckerei mit kleinen Baguettes und großen Croissants. Da marschierten wir hin und holten uns diese Köstlichkeiten fürs Frühstück.

Mmmmh, ich kann euch sagen: Das war lecker! Das schmeckte nach Frankreich.

Und dann starteten wir unsere Fahrt nach Boulliac. Endlich gemütlich tuckern, zum Ärgernis der Franzosen. Die wissen ja wirklich, wie man das Leben lebt. Aber, sobald sie hinterm Steuer im Auto sitzen, ist von Gelassenheit nichts mehr spürbar. Die rasen wie die Irren, auch bei Serpentinen und auf sehr schmalen Sträßchen. Nun ja, dann stoßen sie auf uns und werden sich wundern, wer da so langsam durch die Gegend zuckelt. Wir bringen ihnen halt bei, die Fahrt zu genießen. Ob sie das auch so sehen, das ist fraglich.

Wir haben uns jedenfalls nicht drängen lassen und sind eine wunderschöne Strecke durch die Berge gefahren. So typisch Frankreich fährt man dann immer wieder durch mittelalterliche Orte. Die Fahrt hat sehr viel Freude gemacht.

2014 war unsere erste Sommertour und wir waren das erste Mal auf dem Stallplatz am Lot in Boulliac. Gleicher Ort, gleiche Frau und gleiche Hündin – nur Wagen, Frau und Hündin haben sich über die Jahre ein wenig verändert.

Wir wollen ja alle alt werden. Die Alternative wäre, früh zu sterben. Das ist ja doof. Also lieber Veränderungen akzeptieren.

Jo und zum Geburtstag, da gabs Törtchen. Die waren von der Fahrt ein bisschen zerrupft, schmeckten dennoch sehr gut.

Später wollten wir den urigen Weg entlang des Lots laufen. Allerdings ist Emma heute nicht so lauffreudig. Also schoben wir sie im Buggy und kamen nicht weit. Der Weg ist total schön und wird dann auch immer schöner. Für den Buggy ist er nicht gemacht. Sehr holprig und stetig holpriger. Na gut, ein anderes Mal.

Abends wollte Emma nochmal losmarschieren und dann fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren: Sie geht schon längere Zeit nicht mehr nachmittags. Sie kann oder will dann nicht gehen. Abends ist sie wieder bereit. Zuhause hatte ich das schon abgespeichert. Heute ist es mir entfallen. So gabs nochmal einen Spaziergang ohne Buggy.

Und jetzt gehen wir nach draußen und genießen noch etwas den Fluss, die Bäume und das Vogelkonzert.

Danke an alle, die mir heute gratuliert haben!

Und bis bald, bleibt gesund, munter und fröhlich

Mary, Gerd und Emma

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