Ploudalmezeau mal im Herbst

Wir waren ja schon oft in Ploudalmezeau – auch einer unserer „Ich-fühl-mich-Zuhause“-Orte. Bisher waren wir immer im Hochsommer dort – obwohl dieses Jahr der bretonische Hochsommer bereits etwas herbstlich war. Jetzt gucken wir mal, wie das hier so im echten Herbst ist.

Regentropfen, die nicht nur ans Fenster klopfen

Erstmal zurück nach Gouarec, denn da standen wir ja vorher. Wir stellten am Dienstag direkt Tisch und Stühle raus und freuten uns über trockenes Wetter. Nun ja, das hielt aber nicht lange an und es begann wieder zu regnen. Spät abends kuschelte ich mich ins Bett und fand es so richtig gemütlich. Ich lauschte den Regentropfen,  die ans Fenster klopften  und … spürte plötzlich Wasser über meinen Arm laufen. Ein Blick nach oben zeigte eine undichte Stelle im Dach oder wo auch immer. Super, Wasserbett mal anders oder so.

Schnell Bettzeug umgedreht und auf das jetzige Fußende Handtücher gelegt. Den Wagen haben wir auch noch umgestellt, aber das Rinnsal blieb zunächst bestehen. Irgendwann hörte es auf und wo das Wasser jetzt hinläuft, weiß nur der Geier.

Morgens regnete es immer noch. Also zogen Emma und ich im Regendress los – das sind wir ja nun schon gewohnt. Der Spaziergang war richtig schön. Am Kanal entlang und Wald vorbei duftete es nach Herbstlaub und Erde – mmmmh, wie wohltuend. Dank Regenjacke ausm Second-Hand-Laden werde ich nun auch nicht mehr nass und kann Regenspaziergänge wieder genießen.

Der Tag blieb verregnet und wir machten es uns im Kulti gemütlich. Zwischendurch mal mit Emma  eine kleine Runde gehen und ansonsten arbeiten, lesen, essen und so. Abends sammelte ich bei der abendlichen Runde ein paar bunt gefärbte Blätter und jetzt haben wir eine schöne Herbststimmung im Kulti:

Witzig waren die Blicke eines Paares, das mir entgegen kam. Sie schauten mich an, als hätte ich nicht mehr alle Tassen im Schrank. Dabei bin ich lediglich mit Gummistiefeln durch Pfützen und mit Emma durch hohes Gras gelaufen. Das macht doch in jedem Alter Spaß – jibidibiduuh.

Worauf wir wieder mal nicht geachtet haben: Meide Eichelfall *g*. Wirklich zu lange in Spanien gelebt, denn das hatten wir schon in Münster, als wir uns mit unseren Freunden trafen. Sie stellten sich mit Abstand zu den Bäumen – wir nicht. Und nachts hatten wir dann Trommelmusik aufm Kultidach – sie nicht.

Jetzt in Gouarec schon wieder. Wir lernen aber  und werden beim nächsten Mal dran denken – oder so.

Waschsalon und Kaffee im Kulti

Regen ist ja nicht schlimm, allerdings wird das Dingen mit der Wäsche kompliziert. Waschen könnten wir ja, aber wohin mit ihr zum Trocknen? Während die Schränke leerer werden, wird das Bad voller – dort stapelt sich allmählich die Schmutzwäsche.

Also muss ein Waschsalon her. Da wir eh einen Wocheneinkauf machen müssen, nehmen wir den Waschsalon in Ploudalmezeau am Leclerque.

Für uns das erste Mal, dass wir einen Waschsalon nutzen. Sonst erledigen wir die Wascharbeit auf Campingplätzen. Also ok, wir stiefeln also mit unserem Wäscheberg in den Salon. Dort sitzen zwei Frauen und grüßen sehr freundlich – Bretonen halt, ich liebe sie. Wir versuchten die Bedienungsanleitung zu lesen. Doof, wenn man zwar ein bisschen Französisch versteht, aber nicht alles. Die zwei Frauen eilten zur Hilfe und zeigten uns, was zu tun ist. Wir hatten zudem gar kein Waschmittel mehr, aber das konnte man in kleinen Päckchen im Salon an einem Automaten kaufen. Die Frauen hielten uns davon ab und gaben uns etwas von ihrem Waschmittel. Welch großartige Hilfsbereitschaft!

Der Waschgang dauerte 45 Minuten, die wir Kaffee trinkend im Kulti verbringen wollten. Wir fragten die zwei Frauen, ob  sie auch einen Kaffee möchten. Klar wollten sie und so stiegen wir zu viert ins Wohnmobil und kochten einen frischen Kaffee.

Das war echt schön. Die beiden Frauen waren Mutter und Tochter, beide sehr offen und fröhlich. Wir unterhielten uns, man soll es kaum glauben. Aber es funktionierte tatsächlich. Die ältere Frau ist in Lampaul geboren – das ist der Ort, den wir so sehr lieben und wo wir auch jetzt wieder unsere Zeit verbringen.

Als die gefüllten Kaffeetassen auf dem Tisch standen fragten die Frauen, ob Rauchen im Kulti erlaubt sei. Jo, wir als Raucher haben natürlich kein Rauchverbot im Wohnmobil. Es war schön zu sehen, wie die beiden Kaffee und Kippe genossen. Als die ältere Frau erfuhr, dass der Tabak in Deutschland nur halb so viel wie in Frankreich kostet, zückte sie direkt ihre Geldbörse und wollte uns ein Päckchen abkaufen. Das Päckchen bekam sie selbstverständlich.

Die beiden Frauen warteten sogar noch so lange, bis unsere Maschine fertig gewaschen hatte, damit sie uns den Trockner erklären konnten.

Das war wieder eine so schöne Erfahrung, wie wir sie hier in der Bretagne oft machen.

Freiiiheit, Freiiiheit, ist das einzige was zählt…

Nach Waschsalon und Wocheneinkauf ging es dann nach Lampaul, in diese wunderschöne Dünenlandschaft – jupiduuu. Da kommt mir jedesmal der Song von Westernhagen in den Sinn „Freiiiiheit, Freiiiiheit…“. Hier fühle ich mich unglaublich wohl und frei – ich freue mich wie bekloppt, dass wir nochmal hier sind *Purzelbaumschlag*.

Nicht nur wir fühlen uns hier wohl, sondern Emma ebenso. Nachdem wir Kulti auf einen windgeschützten Platz zwischen Hecken geparkt hatten, genossen wir erst einmal das gute Wetter: Sonnenschein, ungefähr 17 Grad und eigentlich windig. An diesem Platz ist es aber windstill und uns kommen die 17 Grad wie 27 Grad vor.

Auf dem Campingplatz läuft es jetzt anders ab, als in der Hauptsaison. Der Rezeptions-Container ist weg. Es ist niemand mehr hier, bei dem man sich anmelden muss. Kostenlos ist das Campen trotzdem nicht. Man muss sich in der Marie in Lampaul anmelden und dort bezahlen. Preis ist derselbe wie im Sommer. Die Duschen vorne an der Rezeption sind geschlossen, die anderen sind aber offen.

Wir haben mal wieder Platz genug, mehr noch als im Juli. Es sind einige Wohnmobile hier, aber die machen Kuschelcamping auf dem vorderen, größeren Platz.

Emma sticht der Hafer … und eine Wespe

Der morgendliche Spaziergang war wieder soooo schön – ich könnte hier stundenlang rumgehen. Für mich und Emma auch eine Wohltat, auf diese entspannten Hundehalter zu treffen. Hach, ich könnte nun ewig schwärmen.

Emma sticht völlig der Hafer und sie wusste gar nicht, was sie zuerst machen sollte:  Wie eine Verrückte durch die Dünenlandschaft laufen oder durch den Bach robben oder Strandläufer verjagen? Sie hat einfach alles gemacht.

Nach der Morgenrunde fuhren wir zuerst nach Ploudalmezeau zum Wochenmarkt. Anschließend gab es ein leckeres Frühstück – und Emma wollte die Wespe verjagen, die von unserem Frühstück ganz begeistert war. Sie schnappte nach dem Insekt und wurde gestochen. Na schöne Schei…

Emma verkroch sich, schloss die Augen und wirkte nicht gerade gesund. Da ich selbst Allergikerin bin, habe ich immer Loratadin mit. Davon gab ich ihr etwas (weniger als eine viertel Tablette) und das wirkte dann gut. Puh. Ich sah uns schon zum Tierarzt düsen.

Meergenuss

Hier bleiben wir noch ein paar Tage, bevor wir uns dann tatsächlich mal auf den Rückweg machen – der aber auch laaangsam vorangehen wird. Ich mag noch gar nicht daran denken, denn je länger wir im Wohnmobil unterwegs sind, desto weniger zieht es mich zurück ins Haus.

Nun ja, jetzt genießen wir noch Meer, die Dünen und die entspannten Menschen hier in der Bretagne.

Vogelsuchbilder *g*:

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