Wir sind wieder in Spanien…und standen wieder im Unwettergebiet. Letztes Jahr waren wir rund 10 Tage später in Spanien und harrten ein paar Tage auf einem Stellplatz in Katalonien aus. Diesmal sind wir mittendrin. Vier Wetter-Apps halten wir im Blick, aber die ändern ganz schnell ihre Meinungen. Verlass ist darauf nicht. Und diesmal bekamen wir sogar Alarm über die Aemet-App. Half aber auch nix, wenn man nicht weiß, wohin man fahren soll.
Entspannung in Sant Pere Pescador
01. Oktober 2026: Gestern sind wir über die Grenze gerollt und bis Sant Pere Pescador gefahren. Emma musste erstmal ein Bad nehmen.
Und jetzt erzähle ich euch was. Wir waren ja zuerst am Canal du Midi und wollten mindestens 2 Tage bleiben. Erstmal war dort warmer Sturm und vor allem war Emma mega gestresst. Sie lief im Wagen hin und her, hechelte, schaute uns immer wieder an. Und der Tractive-Tracker schickte sogar eine Warnmeldung, dass ihre Herzfrequenz zu hoch sei. Wir fuhren insbesondere wegen ihr, denn das konnten wir ihr nicht antun. Vielleicht hatte sie irgendwas gespürt. Es war ja ganz seltsame Luft.
Heute erhielten wir Videos und Fotos von einem mächtigen Sturm. Der hätte uns wahrscheinlich richtig kalt erwischt.
Und in Fabrezan sagten wir auch zuerst: Hier bleiben wir aber 2 Tage. Aber: Am gestrigen Morgen sagten wir spontan, dass wir fahren. Warum? Keine Ahnung. Also packten wir mittags unsere sieben Sachen und fuhren los.
Liebe Freunde schickten uns Nachrichten per WhatsApp und warnten uns, dass ein schlimmes Unwetter mit sehr viel Regen in Südfrankreich im Anmarsch ist. Danke nochmal ihr alle! Wir hatten zwar auch die Wetter-Apps im Blick, aber zuverlässig sind die nicht unbedingt.
Es muss ein Schutzengel an Bord sein (und meine Gedanken gehen dann direkt an die liebe Marita). Für Sant Pere Pescador ist kein Regen angesagt, bzw. nur 3 Tropfen. Wir hoffen, dass dies zutrifft. Der Himmel ist zwar auf der Bergseite ziemlich düster, auf der anderen Seite aber hell.
Und wenn wir uns auf Emma verlassen: Die ist so was von gut drauf und fröhlich. Heute Nachmittag forderte sie uns zum erneuten Spaziergang auf. Und sie traf Hunde – das ist ihr immer sehr wichtig. Sie war durch die Hundebegegnungen so fröhlich, dass sie glatt über einen dicken Baumstamm sprang.
Emma im Glück. Und natürlich muss Baden auch sein – mit totem Fisch im Wasser. Fand sie auch ganz dufte.
Mal sehen, wie lange wir hier bleiben. Für Barcelona ist teils Starkregen angesagt und für Valencia noch viel mehr. Wir schauen jeden Morgen auf die Apps, tauschen uns per WhatsApp mit Ulrike aus, die auch noch in Spanien unterwegs ist und hoffen, dass wir alle gut durchkommen.
Schnell weg da, weg da…, aber wohin?
Samstag, 03. Oktober 2026: Wir hatten uns darauf eingestellt, in San Pere Pescador bis Montagmorgen zu bleiben. Die Wetter-Apps sagten für diesen Ort nur wenige Tröpfchen Regen voraus. So war das auch noch am Samstagmorgen. Also lehnten wir uns entspannt zurück und Emma fühlte sich sehr wohl. Sie konnte baden und traf Hunde. Und wir genossen unseren Platz, frühstückten draußen und fühlten uns auch wohl.
Irgendwann am späten Mittag schauten wir nochmal auf die Apps. Mist, nu war auch für Sant Pere Pescador Unwetterwarnung angesagt. So ein Schei… . Wir schauten nach, wohin wir fahren könnten. Aber, die Warnungen gingen bis Barcelona und in Girona und Barcelona schien es schon stark zu regnen. So sagten uns jedenfalls die Apps und diverse Wetterseiten.
Also zurück nach Frankreich? Mh, da kam das nächste Tief aus Montepellier und wir hätten sehr weit zurückfahren müssen. Also auch sinnbefreit.
Gut, dann auf jeden Fall weg vom Fluss und Meer. Es war ein Mini-Hurrikan über dem Mittelmeer angesagt. So fuhren wir etwas ins Inland auf einen Stellplatz einer Kette namens TripStop in Tallada d’Empordà. Kaum hatten wir geparkt, kam eine WhatsApp-Nachricht von TripStop. Es könnte sein, dass ab nachts Starkregen fällt. Ich schrieb zurück und fragte, wohin wir fahren sollen und wo es sicher sei. Es kam die Antwort, wir sollten morgen früh bei MeteoCat schauen.
Und nu? Wir berieten uns mit anderen Wohnmobil-Reisenden, die hier stehen. Keiner wusste, wohin des Weges. Wir schauten uns um und entschieden zu bleiben. Weil wir einfach nicht wussten, in welche Richtung wir fahren sollten. Selbst in den Bergen bei Manresa war dieselbe Unwetterwarnung.
Nachmittags dann Alarm aufs Handy. Puuuh, den Ton kann man wirklich nicht überhören, aber ist ja auch gut so. Wir berieten uns erneut mit den anderen Campern und fuhren letztlich einen Hügel gegenüber des Stellplatzes hoch. Da standen wir sicher. Wir tranken draußen noch gemeinsam ein Bierchen und ein Weinchen und dann verschwanden wir in unseren Wohnmobilen.
Hurra, wir stehen noch
Sonntag, 04. Oktober 2026: Aufwachen bei Regen, Regen, Regen und Gewitter. Rausschauen: Juhu, wir stehen nicht im Wasser. Also alles gut. Es regnete und gewitterte bis ca. 13 Uhr. Gegen 12 Uhr kam erneut Alarm aufs Handy. Nicht gerade beruhigend. Das Gewitter hängt hier irgendwie fest und kreiselt durch die Gegend.
Bilder und Berichte von anderen Orten waren schrecklich. Blanes, Malgrat, Hospitalet usw. unter Wasser. Der Fluss Besos in Barcelona droht überzulaufen. Zig Straßen gesperrt. Girona weiterhin im roten Alarm.
Mittlerweile war unsere Solarbatterie leer. Gegen 13 Uhr fuhren wir wieder vom Hügel runter auf den Stellplatz und schlossen uns ans Stromnetz. Wie gut, dass hier noch Strom ist, denn in Katalonien sind über 17.000 Haushalte stromlos.
Dann war erstmal bis 14h30 regenfreie Zeit und etwa um 14 Uhr der nächste Alarm aufs Handy. Gleichzeitig verabschiedete sich ein niederländisches Paar, das mit uns heute Nacht da oben aufm Hügel ausgeharrt hat. Sie wollen bis Tarragona fahren, obwohl sie auch die Vorhersagen und die Handy-Warnungen erhielten.
Mhhh, wir überlegten, ob wir zu schissig sind. Aber: Sämtliche Wetterseiten warnen und bitten darum, die Mobilität einzuschränken, wenn man nicht unbedingt fahren muss. Also warten wir weiter und hoffen auf den morgigen Tag. Denn: Wenn nun zig Leute einfach losfahren und dann evtl. Hilfe brauchen, ist Feuerwehr und Co nicht geholfen. Die wären dann noch mehr überlastet. Nö, das tun wir nicht.
So gegen 18 Uhr zeigte sich die Sonne und der Himmel sah gar nicht mehr so düster aus. Wir haben den Stellplatz für uns alleine und können Strom tanken. Emma ist auch wieder munter. Sie lag seit letzter Nacht nur im Fußraum, weil ihr Gewitter neuerdings unheimlich. Sie kam jedenfalls wieder hervor, wollte fressen und nach draußen.
Über Umwege nach Casablanca
Montag, 05. Oktober 2026: Aufwachen, Wetter-Apps anwerfen und – shit, schon wieder Alarm im Großraum Barcelona. Aber nur bis 10 Uhr. Und dann erweiterte sich der Alarm bis Mitternacht und das nächste Unwetter ist schon im Anmarsch. Zudem war wegen Überschwemmung die AP7 an einer Stelle gesperrt. Die N-Küstenstraße geht auch nicht, weil dort noch Chaos in den Orten ist.
Wat nu? Apps durchwühlt. Wie sieht es in Manresa aus? Ha! Nur leichter Regen, keine Warnungen. Also fuhren wir ca. 100 km Umweg durch die Berge und wieder zum Mittelmeer. Die Landschaft ist super schön und die Orte ebenso.
Nach ca. 3 Stunden Fahrt hielten wir in Miami Platja und machten eine Pause. Emma war noch munter, auch wenn das im Video anders aussieht. Sie hängt schon seit Welpe immer so rum, wenn sie liegt, oft mit Kopf nach unten.
Es war stickig schwül, bäh. Und Hunde waren am Strand verboten. Das Verbot hätte ich zwar missachtet, aber auf dem Strand räumten Stadtarbeiter die Holzwege weg. Also weiter und zwar bis Torrenostra. Überall waren die Felder Seen und wir ahnten schon, dass Torrenostra keine gute Idee wäre. Und naja…
Wir wären vielleicht von der anderen Seite an den Strand gekommen, aber bei so viel Wasser sind die Plätze total matschig.
Ok, weiter zum nächsten Platz und zwar in Orpesa. Aber…
Eigentlich hatten wir schon die Faxen dicke. Nur mussten wir ja irgendwo übernachten. Also noch eine Stunde Fahrt. In Casablanca haben wir uns auf der Hinfahrt mit Oli und Sabrina getroffen. Und genau da fuhren wir hin. Es war alles trocken, nix überschwemmt, kein Stierlauf und Emma bekam ihr Bad im Meer. Sie konnte zwar schlecht über die Steine laufen, aber sie freute sich aufs Bad.
Es war immer noch mega schwül. Wir wollten gerne noch draußen sitzen, aber da schwirrten Massen an Mücken herum. Also, die Tour durch Spanien war diesmal echt durchwachsen. Was aber toll ist: Die Emma war zwar nach dieser langen Fahrt heute müde und dennoch neugierig und fröhlich. Und wir waren auch müde, telefonierten noch mit ein paar Freunden und versuchten dann zu schlafen.
Endspurt und gut Zuhause angekommen
Dienstag, 06. Oktober 2026: Wir wachten etwas verspätet auf, nahmen uns noch Zeit für einen Kaffee und einen Spaziergang mit Emma und dann machten wir uns für den Endspurt auf. Normalerweise fahren wir ja immer nur kleine Etappen, aber wir hatten die Schnauze voll und wollten einfach nur nach Hause. Und ebenfalls völlig untypisch für uns war die Fahrt über die Autobahn. So waren wir in rund 6 Stunden Zuhause. Traditionell ist unser erster Stopp erstmal an unserem Lieblingsstrand und dort verbrachten wir eine schöne Zeit mit Freunden. Danke, Rafa, Katja, Nicole, Andrea und Roger, für euren Besuch!
Ausruhen am Strand
Mittwoch, 07. Oktober 2026: Wir standen über Nacht ganz alleine am Strand. Morgens wollte ich mit Emma gehen, aber die findet das sommerliche Wetter ziemlich doof. Aber, der Herbst wird ja wohl hoffentlich bald Einzug halten.
Vormittags kamen unsere Freunde Uwe und Gabi zum Strand und kurze Zeit später gesellte sich Ulrike dazu. Wir werden heute noch die Zeit am Strand genießen und morgen auf unser Grundstück ins Campo fahren. Bei uns ist das Wetter gut, es gab auch bisher kein Unwetter.
Fazit Sommertour 2026
Die diesjährige Tour hatte viele schöne Momente und vor allem die Treffen und das Zusammensein mit all den lieben Menschen haben uns sehr gut gefallen und gut getan. Dennoch war es anders als sonst. Wir machen die Sommertouren, weil wir nicht mehr in der spanischen Hitze rumhängen wollen. Aber scheinbar wird die Hitzeflucht jedes Jahr komplizierter. Ihr wisst ja alle, wie heiß es dieses Jahr war. Mal sehen, wie wir das zukünftig machen. Im Wohnmobil ist es bei Hitze nicht besonders angenehm. Trotzdem geben wir (noch) nicht auf und für nächsten Sommer sind bereits Pläne geschmiedet, dann mit weniger Kilometern.
Wir haben aber neue Ecken entdeckt, was wieder sehr schön war. Und die gemeinsame Zeit mit Micha, Beate, Uwe, Sandra, Stefan, Silke, Andrea, Roger, Oli, Sabrina, Doris, Markus, Ulrike und Rainer möchten wir auf gar keinen Fall missen. Das war schon sehr bereicherend. Und auch meine Mutter habe ich kurz gesehen.
Über die Tour durch Spanien sprechen wir mal besser nicht. Die war jetzt nicht so prickelnd, mit diesen ständigen Unwetterwarnungen etc. Aber, vielleicht müssen wir uns darauf einstellen, denn letztes Jahr war es ähnlich.
Jetzt kommt erstmal die Zeit in unserem Zuhause und auch darauf freuen wir uns. Nächstes Jahr gehts wieder on Tour und wahrscheinlich nehme ich euch wieder mit.
Danke, dass ihr uns begleitet habt. Bleibt gesund, munter und fröhlich
Mary, Gerd und Emma
P.S.: Falls ihr Tippfehler findet, könnt ihr sie gerne behalten. Diesen Blog schreibe ich nebenher und lese nicht immer Korrektur.


















