Schneller als wir dachten sind wir in Empuriabrava gelandet. Erstmal ist es mit Emma total entspannt und wir können somit schneller fahren. Und zweitens ist es uns einfach viel zu warm, um sich länger in Spanien aufzuhalten. Also tuckerten wir nicht, sondern wir rollten weiter und weiter.
Abschied in Casablanca und Fahrt bis Torrenostra
Montagmorgen, 01. Juni, gegen 8 Uhr: Der erste Kaffee wurde geschlürft, Emma und Sam bekamen ihre kleine Morgenrunde und dann hieß es Tschüss sagen. Aber, wir sehen uns wieder, keine Frage.
Uns führte es über Landstraßen nach Torrenostra. Das waren rund 80 Kilometer. Unterwegs kauften wir Baguette und Croissants und dann parkten wir Tuppi an Olivenbäumen in Meeresnähe.
Wir konnten Stelzenläufer beobachten, das Meer genießen – bis es warm und wärmer wurde. Emma legte sich einfach wieder unters Wohnmobil und döste. Die machts richtig, allerdings wollen wir nicht unterm Wohnmobil liegen.
Irgendwie war es da anders als sonst. Menschen haben in die Gegend gekackt und ließen auch das Klopapier liegen. Und auf der großen „Wiese“ stand eine Wagenburg mit LKWs, die sich dort ziemlich breit machten. Nachmittags kamen dann die Hunde der Wagenburg zu uns gelaufen. Alles große Hunde, die im Schilf die Stelzenläufer verjagten. Nööö, das finden wir aber gar nicht gut, zumal wir nicht wussten, ob sie nett oder doof zu fremden Hunden waren.
Wir hatten eh überlegt, ob wir nicht abends weiterfahren sollten. Das Rudel und die Menschenkacke nahmen uns die Entscheidung ab.
Die Idee war gar nicht so schlecht, denn ab 17 Uhr stand die Sonne günstig und schien uns nicht in den Fahrerraum. Sehr gut. Zudem war Emma immer noch total gechillt. Wir staunten, denn so war das wirklich noch nie bei Fahrten durch Spanien. Sie döste und schaute zwischendurch mal, wo wir sind. Legte sich wieder hin und döste. Und sobald wir parkten, wollte sie raus und die neue Gegend erkunden. Und ja, natürlich hechelt sie auf dem Video, aber es war halt sehr warm und es ist kein Stresshecheln.
Vorgerückt bis Miami Platja
Wir rollten über die N340 über den Ebro, entlang der vielen Reisfelder bis Miami Platja. Der erste Platz (ein Parkplatz) lag direkt am Strand. Wir gingen erstmal Emmas Neugierde nach und ließen sie die Umgebung entdecken. Am Strand saß ein Mädchen und verkaufte selbstgemachten Schmuck. Da ich noch ganz genau weiß, wie das Gefühl ist, am Strand zu stehen und Sachen zu verkaufen, musste ich unbedingt zwei Armbänder kaufen. Das Mädchen war happy.
Wir gingen ne Runde, aber wir mussten uns einen anderen Platz suchen. Weil: Wir standen an einem Radweg. Hätten wir das Fenster geöffnet und wäre dann ein Radfahrer gekommen, der wäre mit seinem Kopf am offenen Fenster hängengeblieben. Und das wäre nicht so lustig. Fenster geschlossen halten war aber auch keine Option. Dafür war es viel zu heiß.
So umrundeten wir ein paar Häuser und kamen am Hafen aus. Da standen wir mit einem weiteren spanischen Wohnmobil auch in direkter Strandnähe. Für eine Nacht ok. Morgen gehts eh früh weiter.
Es ist übrigens nicht so, dass wir den spanischen Sommer gar nicht mögen. Zum Beispiel erinnern uns die Gerüche von in Öl gebratenem Fleisch oder Fisch mit einem Spritzer Holzkohlenduft und gemischt mit dem Geruch von Sonnenmilch total an die 13 Sommer, die wir in Spanien verbrachten. Und sie erinnern uns an die ersten Jahre, als wir auf den Sommermärkten in Garrucha und San José unsere selbstgemachten Sachen verkauften (Trommeln, Casa magica, Didgeridoos, Rainsticks, Makrameschmuck usw). Das war zwar auch nicht immer schön, aber es gibt ganz ganz viele tolle Erinnerungen.
Dazu diese warme Luft und die lebensfrohen Spanier. Es ist jetzt 22h15. Ich sitze hier am offenen Fenster, während ich den Bericht schreibe. Das Restaurant gegenüber ist noch voll. Menschen schlendern am Strand entlang. Und die Spanier nebenan haben Stühle und Tisch vors Wohnmobil gestellt und genießen gerade ihr Abendessen.
Das hat schon was, diese Stimmung in Spanien. Dennoch zieht es uns jetzt in kühlere Gebiete. Und ich glaube, auch Emma ist froh, wenn wir uns wieder ein bisschen mehr bewegen können.
Auf nach Empuriabrava
Dienstag, 02. Juni, 5h30: Gäääähnend fuhren wir los, während Emma weiter in ihrem Bett schlief. Wir nahmen die AP7 und diesmal nicht heimlich, still und leise, denn Emma ist so was von gechillt und fröhlich, dass wir das nicht mehr im Geheimen machen müssen.
Die Fahrt war halt so, wie ne Fahrt über die Autobahn ist: Starker Verkehr, stressig und langweilig. Wir wollten vorwärts kommen und deshalb blendeten wir alles aus und richteten den inneren Fokus auf unser heutiges Ziel.
Irgendwo hinter Girona verließen wir die Autobahn und fuhren über kleine Straßen weiter. Uiiii, da kam ein leichtes Frankreich-Feeling auf.
Kurz vor dem Stellplatz in St. Pere Pescador hielten wir am Fluss Fluvià. Emma war wieder voll in ihrem Element: Sie wollte sofort raus und die Gegend erkunden.
Der Platz am Fluss ist sehr schön, aber man darf dort nicht übernachten. So ging es ca. 5 Minuten weiter zum Platz in Sant Pere Pescador.
Wir sind erst einmal mit Emma zum Wasser gegangen und sie freute sich über ein Bad. Und wir freuten uns, weil sie sich so freute :)) Ährlisch: Ist das nicht klasse? Wir dachten letztes Jahr, dass sie diesmal gar nicht mehr dabei ist. Und nu genießt sie wieder in vollen Zügen die Tour.
Unser Platz mit Blick aufs Wasser:
Und jetzt, jetzt machen wir ne Siesta.
Bis bald und bleibt gesund, munter und fröhlich
Mary, Gerd und Emma


















