Und weiter Richtung Grenze

Wir sind schon wieder ein Stückchen weiter Richtung Grenze vorgestoßen. Nun befinden wir uns kurz vor Bayonne. Und wo wir in den letzten Tagen waren, das könnt ihr nun erfahren.

Feine Brise am Fluss

20. September 18 – Hier sind wir ja stehen geblieben, also auch mit dem letzten Blogartikel, am Fluss Charent bei Ruffiac. Wir sind mittags noch umgezogen, denn dort im Wäldchen wurde es erdrückend warm. Vorne am Fluss  wehte zumindest eine feine Brise und die tat gut.

Wir dachten, der Weg würde durch den Wald führen und wir freuten uns auf einen langen Spaziergang. Nun ja, Rucksack hätten wir uns sparen können, denen nach wenigen Metern stand man vorm Fluss und der Weg war zu Ende. Schade.

Während wir ganz alleine am Flussufer standen, war es auf der anderen Seite voller. Dort standen ein paar WoMos und ein Hausboot hatte seinen Anker geworfen. Außerdem kam ein „Arbeitsboot“ angetuckert und lud Holz ab.

Abends war es richtig schön. Wir haben draußen gegessen, so mit Oliven, Wein, Salat und Co. Die Luft wurde klarer und die Temperaturen angenehmer.

Léoville – ein knuffiges Dorf

21. September 18 – Kurz nach dem Aufwachen begann es zu regnen. Die Temperaturen fielen um 8 Grad. Wir hatten schon Herbstfeeling und freuten uns auf einen schönen Herbstgang. Nun ja, wir waren noch keine fünf Minuten unterwegs, da regnete es dicke Bindfäden. Weil es ja trotzdem 20 Grad waren, hatten wir natürlich keine Regenklamotten an. So kamen wir ziemlich durchnässt am LKW an.

Macht aber nix. Flott umziehen und gemütlich frühstücken. Dabei schauten wir in die App und suchten nach einem neuen Plätzchen.

Gegen Mittag kamen wir in Léoville an. Ein schnuckeliges Dorf inmitten von Weinfelder bei Bordeaux. Am Dorfrand und ebenso am Park gibt es einen kostenlosen Stellplatz mit Ent- und Versorgungsstation.

Ein ruhiger Platz und gute Möglichkeiten für lange Spaziergänge – hier bleiben wir ne Nacht.

Nachmittags hörte der Regen auf und wir stiefelten los. Zuerst schauten wir uns den Park an:

Anschließend gingen wir durch Weinfelder und Wälder. Die Wege, die wir gingen, sind ausgewiesene Wanderwege. Man hat eine wirklich schöne Aussicht auf die Umgebung.

Der Regen hatte zwar aufgehört, aber der hätte besser weitergemacht. Durch die Wolkendecke hatte man das Gefühl, durchs Gewächshaus zu laufen, so drückend-warm wurde es.Es war aber trotzdem schön durch diese Gegend zu wandeln.

Auf dem Rückweg sahen wir dieses Schild:

Es fand also ein Fest statt. Da waren wir aber sehr gespannt. Live-Rock – das ist ja nicht schlecht.

So gegen 19 Uhr hörten wir die ersten Schlagzeug-Töne. Ok, sie stimmen sich ein. Dann kamen nach und nach Gäste, nicht viele und irgendwie auch eher ältere Leute. Ok, wir sind ja auch nicht mehr die Frischsten. Warten wir mal ab.

Mmmh, ok, warten wir mal ab, sie stimmen sich noch ein.

Nun ja, wie soll ich sagen. Sie gaben sich große Mühe oder so. Es riss einen nicht vom Hocker. So blieben wir im Ernie und lauschten den Tönen – mehr oder weniger.

Wetter: 26 Grad, schwül und nach Regen kam Sonnenschein.

Auf in den Dschungel

22. September 18 – Léoville war morgens wieder ganz ruhig. Wir machten noch einen Spaziergang durch die Weinberge. Das hat uns wirklich
gut gefallen. Anschließend packten wir aber unsere sieben Sachen und fuhren etwa 56km weiter – wir wollten wieder in den Dschungel, wo wir im Juni bereits waren: Klickst du hier.
Als wir ankamen, stand noch ein belgisches Wohnmobil dort, das aber wenig später abreiste. Wir blieben dann ganz alleine.

Wir sind natürlich mehrmals durch dieses schöne Gebiet gegangen. So trocken und braun es anderorts ist, so grün und saftig ist es hier. Allerdings ist auch in diesem Gebiet der Boden sehr rissig.

Ein paar Fotos habe ich wieder geschossen – ich kanns ja nicht sein lassen:

Wetter: Heute Morgen in Léoville herrliche 19 Grad. In Prignac et Marcamps nachmittags 27 Grad, aber durch den Schatten gefühlte 22 Grad – sehr angenehm.

 

23.September 18 – 3 Uhr nachts

Irgendwie fand ich keinen Schlaf, denn in der Picknick-Hütte grölten Besoffene und ein Irrer raste ständig mit seinem PKW auf den Platz und drehte dort mit quietschenden Reifen Pirouetten. So gegen halb 3 schlummerte ich dann doch weg, um eine halbe Stunde jäh geweckt zu werden: Emma stand am Fenster und bellte ganz aufgeregt. Oh je, was war denn nu los?

Gerd, mein Held, schaute raus und sah: Einen Esel. Einen Esel? Mitten in der Nacht? Ich sprang natürlich direkt aus dem Bett und schaute ebenfalls raus. Da graste ein Esel vor unserem Ernie und etwas weiter weg rückten weiße Flecken nach. Eine kleine Schafherde, die den Esel als Leithammel ansah, genoss friedlich das frische Gras.

Also habe ich tatsächlich Schafe gezählt und bin bei 10 gelandet. Vorher hatte ich Emma erzählt, dass dort Schafe sind und ein Esel und das sind alles Freunde – das Wort „Freund“ versteht sie und ist dann beruhigt. Sie legte sich schlafen, während ich nun wieder hellwach war. Na schönen Dank. Auf der anderen Seite: Ohne ihr Bellen hätte ich nachts nicht Esel und Schafe beobachten können.

Diese Bilder habe ich ein paar Stunden später gemacht. Die Tiere kamen bis an unsere Türe.

Morgens grasten also die Tiere immer noch friedlich vorm Ernie. Jo, friedlich, uiui.

Ein Mann kam mit seinen beiden Boxern (Hunde wohlgemerkt) vom Spaziergang zurück und kaum hatte er den Parkplatz erreicht, ging der Esel laut tönend auf die Hunde los. Er attackierte sie richtig aggressiv. Der Mann hatte alle Hände voll zu tun, um den Esel abzuwehren. Der ließ sich allerdings nicht abwehren. Letztlich musste der Mann einen Hund loslassen und der flüchtete zum Auto, das hinter uns parkte. Der Mann hob die Arme hoch und rief laut „hey!“. Der Esel ging dann auch ein winziges Stück zurück, um direkt wieder nach vorne zu gehen.

Puh, der Mann schaffte es dann zu seinem Auto zu hechten, die Hunde sprangen hinein und der Mann ebenso.

Bis dahin hatte ich mich immer gefragt, wie Esel Schafe vor Wölfen und Bären schützen sollen. Mancherorts werden die als Herdenschutzesel eingesetzt. Nun können wir uns das sehr gut vorstellen. Wir hätten nicht gedacht, dass Esel so vehement und aggressiv sein können.

Anschließend lief der Esel übrigens zu den Schafen, die sich dicht aneinander gedrängt hatten. Er beschnüffelte jedes einzelne Schaf, bevor er wieder entspannen konnte.

Also, es ist schon interessant, wie Esel sein können. Der Mann und die beiden Hunde fanden das allerdings alles andere als interessant. Ein wenig unbegreiflich ist, dass dieser Esel mit Herde in diesem Gebiet rumläuft. Die können durchs gesamte Gebiet laufen – gut für die Tiere, so frei leben zu dürfen. Nur, das ist ein Erholungsgebiet, in dem einige Hundehalter spazieren gehen. Es gab auch nirgends ein Hinweisschild. Sehr seltsam.

Wir hatten wenig Lust, dem Esel mit Emma zu begegnen. Er hatte sich schon heute Morgen Emma genau angeschaut und zwar direkt vor unserer Türe.

Als die Herde außer Sicht war, gingen wir mit Emma raus, die jedoch dem Braten nicht traute. Also sind wir ohne Morgenrunde weitergefahren.

Oh Schreck – Kuschelcamping pur

23. September 18 – Wir nahmen heute wieder die Autobahn, um nach Parentis den Born zu kommen. Einmal wegen Schaukelei und zweitens wegen Bordeaux. Da mussten wir drum herum und deshalb wählten wir extra den Sonntag zum Weiterfahren.

Es war  trotzdem wahnsinnig viel Verkehr. Das sind wir gar nicht mehr gewohnt. Letztes Jahr sind wir gar nicht diese Strecke zurück gefahren, sondern sind in Perpignan Spanien reingetuckert. Vielleicht hätten wir das diesmal auch tun sollen.

Nach der Autobahnfahrt war auch auf den Landstraßen viel Verkehr. Zudem fährt man durch diesen doofen, riesigen Wald, wo in Reih und Glied Bäume stehen. Den finde ich jedes Mal einfach nur schrecklich.

Den Stellplatz in Parentis kennen wir ja und Anfang Juni war er schon voller als sonst. Aber wir hatten immer noch genügend Platz.

Wir wollen hier ein paar Tage bleiben, denn ich muss noch Aufträge erfüllen. Das möchte ich erledigt haben, bevor wir ins Hitzeland reinfahren.

Puuuuh, der Stellplatz war gerappelt voll. Wir ergatterten den letzten Platz und erleben nun Kuschelcamping in reinster Form. Wir stehen aber am Rand. Mittendrin wäre ja noch furchtbarer.

Wir sind nur zwei kurze Runden mit Emma gegangen, denn auch am See war noch viel los.

Abends kamen noch mehr Wohnmobile und stellten sich mitten rein. Voller geht’s nicht mehr. Wo kommen die alle her und wo wollen die alle hin? Ob das schon die ersten Spanien-Überwinterer sind?

Wir wissen es nicht und hoffen inständig, dass sie morgen weiterreisen.

Wetter: Schwüle 27 Grad, aber durch eine leichte Brise erträglich.

24. September 18 – Uff, wie sich Orte verwandeln können. Vielleicht wird dieser Platz von unserer Wiederhol-Liste gestrichen. Es ist echt unruhig hier und das nicht nur auf dem Stellplatz sondern auch ringsum. Schön isses nicht.

Heute werden wir dennoch bleiben und ich werde kräftig in die Tasten hauen, um meine Arbeit zu erledigen.

Viele Wohnmobile sind heute Morgen weitergereist. Der Platz ist aber immer noch voll (gestern Abend war er überfüllt).

Nach unserem Morgenspaziergang, der momentan ziemlich spät beginnt, hatten wir Glück: Ein Platz hinten am Wald wurde frei. Also nix wie hin und umziehen. Ich schnappte mir unseren Hocker, setzte ihn auf diesem Platz ab und mich darauf. Gerd startete den Ernie und parkte ihn um. Sehr schön.

Nun haben wir an der Eingangsseite diese Aussicht:

Ok,  neben uns steht ein WoMo, aber trotzdem ist genügend Platz zum Sitzen und unsere Aussicht führt nicht unmittelbar ins Wohnzimmer der Nachbarn.

Und was uns heute freute: Emma wollte ja hier Anfang Juni noch nicht einmal aus dem Wagen steigen. Jetzt ist sie wesentlich lockerer drauf und geht fröhlich mit. Wir achten aber weiterhin darauf, ihr bestimmte Hunde vom Hals  zu halten.

Emma war heute Nachmittag vom See ganz begeistert und nahm ein ausgiebiges Bad. Wenn sie zu  mir ins Wasser sprang, tat sie das mit leuchtenden Augen und einem breiten Grinsegesicht.

 

Abends füllte sich wieder der Platz. Und manchmal könnte man eine Komödie drehen – ja, ich muss mal lästern. Neben uns waren die Plätze den ganzen Tag frei. Wir wunderten uns ein wenig, weil die WoMos sich auf der anderen Seite ziemlich quetschten.

Dann wurde der Grund klar: Aufgrund der Bäume schlechten bis keinen TV-Empfang.

Einem französischen Paar blieb nix anderes mehr übrig, als direkt neben uns zu parken und wir saßen gerade beim Abendbrot – Blick vom Tisch aus führte zu diesen Nachbarn. Also, wir bekamen das einfach mit, ob wir wollten oder nicht…

Jo, das war schon echt lustig und wir haben Tränen gelacht: Eingeparkt, Frau begann in der Küche zu hantieren. Mann lief draußen rum und suchte den Stromkasten. Ok, Kasten gefunden, Stecker eingesteckt und rein ins WoMo. Die Satellitenschüssel begann sich zu drehen und zu drehen und zu drehen… Mann wieder raus, Frau raus. Mann setzt sich ans Steuer, Frau gab Parkanweisungen. Auto einmal gewendet.

Frau wieder rein, Mann rein. Die Satellitenschüssel begann sich zu drehen und zu drehen und …

Nee, immer noch nicht korrekt geparkt. Also nochmal ran ans Steuer, Auto hin und her und vor und zurück gefahren.

Satellitenschüssel drehte und drehte und – juhu, sie schienen Empfang zu haben…aber leider reichte nun das Stromkabel nicht mehr aus. Es war zu kurz und aus dem Kasten geploppt.

Das war der Zeitpunkt, an dem wir uns vor Lachen nicht mehr halten konnten. Das Leben liefert unglaublich viel Material für ein gutes und lustiges Buch oder einen humorvollen Film.

Na gut, genug gelästert. Lustig war es – für uns. Übrigens hören wir auch hier wieder Eulen, wie an allen vorigen Plätzen ebenso – wie schön.

Wetter: Herrlich angenehme 21 Grad mit leichter Brise.

26. September 18 – Also, mit Emma hat es sich wieder gewandelt, wenn auch nicht so schlimm wie im Juni. Es kamen uns wieder die drei „Kampf-Möpse“ entgegen, die wir auch im Juni schon kennenlernten. Drei röchelnde Hunde ohne Nase, dafür mit hervorquellenden Augen – puh, das ist erschreckend anzusehen und zu hören. Emma kannte sie auch noch und ergriff direkt die Flucht.

Seitdem geht sie wieder ängstlich spazieren, aber immerhin geht sie mit. Und wenn wir am See sind und kein Hund ist in Sicht – dann fühlt sie sich halbwegs wohl und kann wieder genießen, Fische beobachten, baden, Dinge ausm See fischen und mit dicken Ästen kämpfen

Heute am späten Abend staunten wir nicht schlecht, als wir aus dem Ernie schauten:

Unglaublich oder? Also wir sind immer wieder verwundert, wo die Tiere leben. Das ist nur ein Streifen Wald und direkt am Stellplatz, der ja nun wirklich überfüllt ist. Daneben führt eine Straße entlang. Die Rehe grasten dort in aller Ruhe und ließen sich von all den von Menschen gemachten Geräuschen nicht stören.

Labenne – Marais D’Orx

27. September 18 – Heute Morgen haben wir Parentis en Born verlassen. Der Platz wurde einfach immer voller – nix für uns. Wir fuhren mehr als 90km durch diesen fiesen Wald. Zunächst ging es über eine Landstraße. Die Bilder mögen an einen schönen, wohltuenden Wald erinnern. Wir haben aber letztes Jahr mal auf einem Mini-Camping darin übernachtet. Es ist scheußlich. Das gewachsene Öko-System fehlt in diesem Nutzwald. Die Atmosphäre ist alles andere als wohltuend.

Die meisten km haben wir auf der Autobahn zurückgelegt. Deutsche in Deutschland mögen den Verkehr gewohnt sein. Wir nicht (mehr). Watn Stress, so innerlich und diese LKW-Wettrennen, puh.

Die Küste in dieser Ecke mag manchen gefallen. Aber auch die ist für unseren Geschmack viel zu überlaufen. Stellplätze wie in Cap Breton für 150 Wohnmobile – igitt.

Deshalb bleiben wir von der Küste weg und suchten uns einen Platz in Labenne aus. Der liegt im Naturschutzgebiet Marais D’Orx: Großer See mit vielen Vögeln und Natur.

Nun ja, für eine Nacht ists ok.

Sieht ganz nett aus, oder? Diese Wiese bietet aber die einzige Möglichkeit, sich mit Hund mal zu bewegen. Man gelangt über eine Brücke zum See und dort verläuft ein Weg zwischen Canal und See. Das hatten wir zuvor schon auf der Karte gesehen und freuten uns auf einen ausgiebigen Abend-Spaziergang.

Tagsüber war es für großartige Bewegungen zu warm. 30 Grad, die sich wesentlich wärmer anfühlten. Wir setzten uns draußen in den Schatten der Bäume – wie auch die anderen Camper (mit uns stehen 5 Wohnmobile auf dem Platz).

Als es abends kühler wurde, ging Gerd mal über die Brücke gucken. Ich erzählte Emma von einem tollen Spaziergang – wie gut, dass Hunde nicht alles verstehen. Gerd kam zurück und berichtete: Hunde verboten und falls das Verbot missachtet wird, bis zu 2 000 Euro Strafe.

Wir hatten uns schon gewundert, dass so gar kein Hundehalter hier ankam. Jetzt wissen wir den Grund. Ich verstehe durchaus, dass Hunde in Naturschutzgebieten angeleint werden müssen. Das würden wir schon von selbst tun. Aber ganz Hunde zu verbieten, das ist schon übertrieben. Es ist das zweite Mal, dass wir das hier im Süden Frankreichs erleben. Wir standen schon einmal in einem Naturschutzpark, wo Hunde komplett verboten waren.

Ok, was solls. Bleiben wir halt nur eine Nacht und fahren morgen früh weiter.

Euch ein schönes Wochenende und bis bald wieder

Mary, Gerd und Emma

2 Gedanken zu “Und weiter Richtung Grenze

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