2. September 2026

Noch ein bisschen Germany und dann Tschüss

Wir tuckerten noch ein bisschen durch Deutschland. Mal waren wir am Nord-Ostseekanal, mal in im hübschen Örtchen Sitternsen an der Wassermühle und mal am Schloss in Raesfeld. Und dann zogen wir in einem durch und fuhren über Belgien nach Frankreich.

Schiffe gucken am Nord-Ostsee-Kanal

Wir fuhren zuerst durch Dithmarschen und da durch ein Artenschutzgebiet. Das war auch wunderschön, aber wir fanden nur einen Stellplatz, für den man nicht halb Deutschland kaufen muss. Und da waren Hunde am Strand verboten und der Deich war über eine steile Treppe erreichbar (nix mehr für die Emma). Also Tschüss Dithmarschen.

Dann gings halt weiter zum Nord-Ostsee-Kanal und da fanden wir einen Stellplatz direkt am Kanal. Die Schiffe fuhren sozusagen direkt vor unserer Nase und es gab auch einen Weg am Kanal vorbei.

Meckern muss ich trotzdem: 18 Euro für nen Stellplatz ohne Besonderheiten. Direkt dahinter der Landeplatz von Sportflugzeugen. Wir dachten, da landet und startet eh kaum jemand, zumal wir ja mitten in der Woche da waren. Aber geschissen. Die Sportflieger scheinen viel Zeit zu haben und so war die Geräuschkulisse nicht gerade das, was wir so mögen.

Naja, was solls. Wir reisten am nächsten Morgen ab und fanden einen schönen kleinen Frühstücksplatz im Grünen.

Überhaupt ist es sehr sehr Grün im weiten Umland Hamburgs. Und diese Weite überall. Ich könnte es auch so beschreiben: Schön, schön, schön.

An diesem Tag wurden es 26 Grad. Klingt wenig, ist aber in Deutschland einfach ekelhaft. Vielleicht angenehmer in einem kühlen Haus. Im Wohnmobil einfach nur ätzend. So schmorten wir ein paar Stunden vor uns hin, ließen Emma ab und zu in einem Bach baden und das war es dann auch für diesen Tag.

Wir sind zwar noch im Norden, aber es ist schon anders. Das stellen wir jedes Mal fest. Die Menschen da oben im Flensburger Raum, wo unsere Freunde wohnen, sind richtig freundlich. Uns fehlt jetzt schon das fröhliche „Moin“. Gestern haben wir schon gesagt: Schade, vorbei mit dem Moin und der Freundlichkeit. Auf dem Platz schauten wir in Muffelgesichter. Hundehalter grüßten nicht. Radfahrer radelten mit finsterer Miene an einem vorbei. Das ist schon ein Unterschied.

Sittensen an der Wassermühle

Freitag, 28. August 2026: Die Nacht war schwül-warm und dementsprechend müde sind wir. Mir tut die Emma leid. Sie war so munter und fidel. Durch diese schwüle Wetter lässt ihre Energie wieder nach. Sie würde gerne spazieren und neue Gegenden erkunden, ist aber zu ko. So gibt es wieder nur Mini-Runden.

Heute sind es 21 Grad, fühlen sich aber nicht besser als gestern an. Immer noch diese Schwüle. Und das im Norden. Unglaublich, aber wahr. Wir sind froh, wenn wir Deutschland hinter uns lassen können und dem Atlantik näher rücken.

Wir tuckerten an der Elbe entlang und zwar auf der gegenüberliegenden Seite Hamburgs. Die Gegend ist immer noch schön und schön weitläufig. Und hübsche kleine Orte gibts überall.

Ob die Elbe immer im Sommer so wenig Wasser hat, können wir nicht beurteilen. Sah jedenfalls seltsam aus.

Deutschlangs Straßen sind teils sehr abenteurlich. Da könnten sie fast den Teer weglassen. Schlaglöcher, Hubbel usw. Und dann Brücken – zu Hülf. Vertrauenserweckend ist das nicht gerade. So wie an dieser Brücke: „Nur 1 LKW auf der Brücke. Starkes Bremsen und Beschleunigen vermeiden“. Da fährt man doch beruhigt drüber, oder?!

Wir fuhren bis Sittensen und stellten uns auf dem Parkplatz an der Wassermühle. Wir glaubten, hier würde eh kaum jemand hinfahren. Aber der Ort scheint bekannter zu sein, als wir dachten. Direkt an der Wassermühle gibt es einen Parkplatz und dort sind sechs Plätze für WoMos reserviert. Da standen wir. Hinter dem gegenüberliegenden Park ist eine große Wiese und die war abends mit Wohnmobilen überfüllt.

Es ist ein kleiner, sehr feiner Ort, der wohl mit viel Liebe und Herz angelegt wurde.

Wir haben die Wassermühle im Rücken.

Spät abends sind wir durch den gegenüberliegenden Park gelaufen. Da gibts von jedem Jahr den Baum des Jahres.

Von der Abendsonne angestrahlt:

Eine hohe Bank, bei der die eigenen Beine baumeln.

Leider alles sehr unkunstvoll verschmiert.

Während Gerd zum Tuppi ging, lief ich mit Emma noch eine Extra-Runde und zwar an der Mühle vorbei in den anderen Park. Dort sind Schilder mit Menschenrechten aufgestellt.

Einmal über den Mühlenhof.

Und rein in den Park.

Es macht Spaß, durch die Parks zu laufen. Es gibt überall viel zu sehen und es stehen ganz unterschiedliche Bänke dort, mal hoch, mal geschwungen usw. usf. Und auch die Zitate zu den Menschenrechten passen gut zu unserer Zeit. Hoffentlich lesen es die, die Menschenrechte mit Füßen treten.

Wir waren völlig energielos

Sonntagabend. Schon seit Tagen Wolkenhimmel. Ich sitze im Wohnmobil auf dem Bett, dass ich tagsüber als Sofa nutze. Vor mir mein Laptop und ich bin dabei, ein paar Mails zu beantworten.

Auf einmal: Strom weg.

Shit, aber egal. Ich habe ja noch mein Smartphone.

Aber, shit, vergessen das Handy aufzuladen. Akku zeigt 10 Prozent an.

Ok, ich muss ja sonntags keine Mails beantworten, habe aber Lust, etwas zu tun.

Das Internet ist natürlich auch futsch, so ohne Strom und Handy. Texte lassen sich auch ohne Internet schreiben. Also mache ich mich ans Werk und stelle fest: Vergessen, mein Laptop aufzuladen.

Gut, nützt ja nix. Laptop weggepackt. Mache ich mir halt nen schönen Abend und lese ein Buch.

Buch aus dem Regal gefischt, gemütlich hingelegt, Buch aufgeschlagen… Aber shit, ohne Strom kein Licht und ohne Licht kein Lesen.

Na dann höre ich halt einen Podcast. Aber neee, geht ja auch nicht.

Keine Energie mehr und das Lustige ist: Wir stehen im Ort Senden.

Nachts werde ich von einem klackernden Geräusch wach. Auch das noch! Gas leer, Kühlschrank aus. Augen einfach wieder schließen, weiterschlafen.

Heute Morgen wachte ich also energielos auf, aber der Energietank war ziemlich schnell gefüllt, nämlich mit einem Kaffee im Grünen und ganz ohne Social Media und Co. Das tat richtig gut.

Später suchten wir uns einen Stellplatz mit Stromanschluss. Jetzt haben wir wieder genügend Saft und die Sonne zeigt sich auch ab und zu.

Und die Moral der Geschicht: Achte besser auf deine Energie…oder so.

Schlossbesuch in Raesfeld

In Raesfeld waren wir letzten Sommer auch schon mal, aber nur kurz. Wir nahmen uns vor, bei einem nächsten Besuch das Schloss zu besichtigen. Und das setzten wir diesmal in die Tat um. Es ist ein wunderschönes Schloss und so wandelten wir vergnügt durch den Schlosspark. Achtung Bilderflut – schaut sie an oder nicht.

Stippvisite im Geburtsort

Diesmal waren wir nur ganz kurz im Geburtsort. Meine Mutter packte ihre Tasche für einen Klinikaufenthalt, wo sie erneut medikamentös eingestellt wird. Also sind wir flott zu ihr gefahren, damit wir uns noch kurz sehen konnten. Anschließend gabs einen Gang durch den Park.

Abends noch Markus und Doris besuchen und ein bisschen schnacken. Am nächsten Morgen sagten wir Tschüss und fuhren in einem durch bis Frankreich. Wettermäßig haben wir viel Regen in Deutschland mitgenommen oder es war schmierig schwül.

Jetzt sind wir in Frankreich und werden noch eine Weile gemütlich durch dieses hübsche Land tingeln.

Also, bis bald und bleibt gesund, munter und fröhlich

Mary, Gerd und Emma

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